Die zweite Bespannung: Doppeldach gegen Windschlag
Wenn ein Regenschirm bei Sturm nach oben klappt, liegt das meist an der Luftstauung unter dem Schirmdach. Viele hochwertige Modelle setzen deshalb auf eine Doppeldach-Konstruktion, bei der eine zweite, kleinere Bespannung über der Hauptfläche liegt. Doch wie funktioniert dieses System genau, und für welche Einsätze lohnt sich die Anschrift? Dieser Beitrag erklärt Aufbau, Wirkung und Pflege von Doppeldach-Schirmen.
Aufbau und Funktion des Doppeldachs
Ein Doppeldach besteht aus zwei übereinander liegenden Stofflagen, die jeweils an eigenen Streben befestigt sind. Die untere, größere Bespannung bildet die Hauptfläche und hält den Regen ab. Darüber liegt eine kleinere Kappe, die in der Mitte eine Öffnung freilässt. Durch diesen Schlitz kann aufgestaute Luft entweichen, wenn der Wind von unten gegen den Schirm drückt. Der Druckausgleich verhindert, dass sich das Gestell nach außen wölbt oder komplett umstülpt.
Windfestigkeit in Zahlen
Klassische Stockschirme mit Einzeldach halten Windgeschwindigkeiten bis etwa 50 Kilometer pro Stunde stand, bevor das Gestell nachgibt. Modelle mit Doppeldach erreichen Werte von 70 bis 90 Kilometern pro Stunde, je nach Anzahl der Streben und Qualität des Rahmens. Entscheidend sind dabei folgende Merkmale:
- Mindestens acht, besser zehn oder zwölf Streben für stabilen Halt
- Fiberglas- oder Carbonfaser-Streben, die sich biegen statt zu brechen
- Verstärkte Nähte an der Verbindungsstelle zwischen beiden Lagen
- Spannweite zwischen 100 und 120 Zentimetern für ausreichenden Schutz ohne zu große Angriffsfläche
Materialwahl für beide Lagen
Die untere Bespannung besteht meist aus dichtem Polyester oder Pongee-Gewebe mit wasserabweisender Beschichtung. Die obere Lage kann aus demselben Material gefertigt sein oder aus leichterem Stoff, da sie nur den Luftstrom lenken muss. Hochwertige Regenschirme verwenden für beide Lagen den gleichen Stoff, damit die Farbgebung einheitlich bleibt und keine Flecken durch unterschiedliche Trocknungszeiten entstehen. Bei Modellen mit Kontrastfarbe setzt die obere Kappe einen sichtbaren Akzent.
Einsatz bei wechselndem Wetter
Doppeldach-Schirme eignen sich besonders für Regionen mit häufigen Sturmböen oder für Menschen, die viel im Freien unterwegs sind. Das höhere Gewicht, meist zwischen 450 und 600 Gramm, macht sich beim längeren Tragen bemerkbar. Dafür bietet die Konstruktion Sicherheit, wenn plötzlich starker Wind aufkommt. Viele Herrenschirme nutzen dieses System, da sie als Stockschirm ohnehin mehr Stabilität mitbringen als kompakte Taschenvarianten.
Pflege nach dem Einsatz
Nach dem Gebrauch sollten Sie beide Lagen vollständig trocknen lassen, bevor Sie den Schirm schließen. Öffnen Sie ihn dazu an einem geschützten Ort und lassen Sie ihn mindestens zwei Stunden stehen. Feuchtigkeit, die zwischen den Lagen eingeschlossen bleibt, kann zu Stockflecken oder Schimmel führen. Prüfen Sie regelmäßig die Nähte an der oberen Kappe, da diese durch die Windbelastung stärker beansprucht werden als bei einfachen Bespannungen.
Automatik oder manueller Öffner
Doppeldach-Modelle gibt es sowohl mit Automatik als auch zum manuellen Öffnen. Der Mechanismus muss bei beiden Lagen synchron arbeiten, damit sich keine Falten bilden. Automatik-Versionen wiegen durch die zusätzliche Federtechnik etwa 50 bis 80 Gramm mehr, öffnen sich dafür mit einem Knopfdruck. Manuelle Varianten erlauben eine feinere Kontrolle beim Aufspannen und sind in der Regel langlebiger, da weniger bewegliche Teile verbaut sind.
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